Warum NeNuG?

Meinungen und Erwartungen

Michael Mehnert

In der Hoffnung, dass alte Fehler nicht wiederholt werden und in dreißig Jahren bei der langfristigen Lagerung von Atommüll nicht wieder ganz von vorne begonnen werden muss. Das sollten wir uns nicht leisten, es gibt andere sehr dringende gesellschaftliche Probleme…

Daniel Häfner

Der Konflikt um die Nutzung der Atomenergie hat gesellschaftliche Kräfte frei gesetzt, die zu einer Demokratisierung und Liberalisierung der Bundesrepublik beigetragen haben. Und aus diesem Konflikt gibt es einiges zu lernen – schon rein praktisch, um Fehler nicht zu wiederholen. Aber es muss auch darum gehen, die demokratischen Potentiale des Spannungsverhältnisses zu bewahren. Und die Zeit drängt, denn Dokumente gehen verloren und die Protagonisten des Konfliktes sterben.

Ulrike Donat

Die Erfahrung mit der sogenannten „friedlichen Nutzung der Atomenergie“ lehrt: Technokraten und Politiker vernachlässigen Sicherheitsaspekte – sie wollen Entscheidungen durchsetzen. Zweifler und Kritiker wurden von Anfang an ignoriert, diffamiert, kriminalisiert – aber gerade sie übernehmen Verantwortung und tragen das Wissen um Schwachstellen und Erkenntnislücken weiter. Das atomare Erbe strahlt noch viele Generationen. Als Teil der Anti-AKW-Bewegung und juristische Begleiterin der Castor-Transporte nach Gorleben möchte ich dazu beitragen, das Unrecht zu beenden, Wissen und Erfahrungen der Protestbewegung für die kommenden Generationen verfügbar zu halten und die Suche nach sicheren Alternativen nie aufzugeben.

Ulrich Smeddinck

Der Neustart der Endlagersuche wird erkennbar überlagert von den alten Konflikten um die friedliche Nutzung der Kernenergie. Insbesondere das Standortauswahlgesetz wird deshalb in seinen Lernfortschritten und Möglichkeiten verkannt. Wenn das Gesetz wirklich effektiv werden soll, müssen auch die alten Konflikte bearbeitet werden.